Wenn alle Gedanken nur noch um das Thema Hund kreisen, dann ist es meist bald so weit. Die Entscheidung steht an, welcher Vierbeiner das Leben in Zukunft bereichern soll. Häufig ist man hier versucht, sich rein auf die optischen Merkmale zu gehen oder auch nach Hunderassen zu suchen, die man aus dem Fernsehen oder der Werbung kennt.

Nicht umsonst haben der “Lassiehund” (Collie) oder der “Cesarhund” (West Highland White Terrier) große Beliebtheit erfahren, die jedoch häufig schnell wieder in der Abgabe der Tiere resultierte, da sich die Vierbeiner gänzlich anders verhielten als auf dem Bildschirm.

Ein Hund muss zu den jeweiligen Lebensumständen und auch und vor allem zu Ihnen passen. Konzentrieren Sie sich daher bei der Auswahl weniger auf die Optik der Tiere, sondern auf das was Sie von Ihrem Hund erwarten und was er von Ihnen erwarten darf. Sehr bewegungsfreudige Hunde, wie der Border Collie oder der Husky, brauchen regelmäßige körperliche und vor allem auch geistige Auslastung, d. h. wer sich für einen solchen Hund entscheidet, sollte von Vornherein aktiv sein und einen entsprechenden Begleiter suchen.

Jagdhunde gehören in erfahrene Hände und benötigen ebenfalls spezielle Auslastung, z. B. in Form von Fährtenarbeit, um ihren Bedürfnissen nachkommen zu können. Wer sich einen sogenannten Listenhund anschafft, muss sich von Anfang an darüber im Klaren sein, dass er nicht nur Zustimmung von Seiten der Bevölkerung ernten wird und dass die finanzielle Belastung wahrscheinlich höher sein wird, als bei einem “normalen” Hund, um nur einige Beispiele zu nennen.

Grundsätzlich benötigt allerdings jeder Hund Zeit und die Möglichkeit, am Leben seines Besitzers soweit wie möglich teilzuhaben. Wer jetzt schon weiß, dass der zukünftige Freund auf vier Pfoten länger als drei bis vier Stunden am Tag allein wäre, sollte entweder auf die Anschaffung verzichten, oder muss sich alternativ im Vorfeld um eine zuverlässige Betreuung des Tieres kümmern.

Allein stundenlang in der Wohnung auf die Rückkehr von Herrchen oder Frauchen warten zu müssen, ist für das Rudeltier Hund keine akzeptable Option, ganz gleich, wie groß der Hund ist. Auch kleine Hunde sind Hunde und möchten als solche behandelt werden, d. h. regelmäßige Spaziergänge, Erziehung, geistige Auslastung etc. Ein Leben in der Handtasche oder in der Wohnung samt Katzenklo ist nicht artgerecht und ganz und gar nicht im Interesse der Tiere.

Allergien, fehlende finanzielle Mittel, die Nacheiferung von Prominenten oder die Anschaffung eines Hundes zur Selbstdarstellung oder zur Einschüchterung anderer sind zudem Gründe, die gegen die Anschaffung eines Hundes sprechen.

Welpe oder erwachsener Hund?

Welpen sind süß, keine Frage, und werden auch von vielen Anfängern in der Hundehaltung bevorzugt, da diese leichter zu händeln zu sein scheinen. Dies stimmt nur bedingt. Welpen stellen hohe Ansprüche an den Besitzer und müssen mit Liebe, Geduld und vor allem viel Zeit erzogen werden. Dazu gehören neben der Grunderziehung und Sozialisierung auch solche Dinge wie die Stubenreinheit oder das Alleinbleiben. Bei letzterem sollte man davon ausgehen, dass es mindestens sechs Monate dauern kann, bis der Junghund zuverlässig einige Stunden allein in der Wohnung bleiben kann.

Erwachsene Hunde aus dem Tierheim oder von Privatpersonen sind meist schon stubenrein und beherrschen die Grundkommandos. Auch haben viele dieser Hunde schon gelernt, einige Stunden allein zu bleiben. Dennoch kann auch die Erziehung eines erwachsenen Hundes je nach Vorgeschichte mit relativ viel Arbeit verbunden sein und es ist durchaus möglich, dass manches, das im alten Zuhause schon perfekt funktionierte, im neuen Heim noch einmal erlernt werden muss.

(Bild: (c) Marko Greitschus / pixelio.de)

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7 Responses

  1. Meiner ist aus dem Tierheim, habe ihn gesehen und mich gleich in ihn verliebt! :yahoo: Seitdem sind wir unzertrennlich!

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  3. Ich schliesse mich meiner Vorposerin an und finde man sollte immer einem Hund aus dem Tierheim ein neues Zuhause schenken!

    Liebe Grüße
    Annemarie :rose:

  4. Cristina says:

    Ich finde, dass sehr viele Hunde im Tierheim sehr lieb sind und auf jedem Fall eine 2te Chance verdient haben. Deshalb befürworte ich es stark Hunde aus dem Tierheim zu holen! :good:

  5. Hunde says:

    Fragen die mit dem man sich wirklich vor der Anschaffung eines Hundes befassen sollte. Ich habe aber den Eindruck, dass manch einer das leider nicht getan hat. Eine Entscheidung aus dem Bauch heraus? Naja … Hund ist nicht gleich Hund und viele Wissen mit dem Begriff “Rudeltier” nicht wirklich etwas anzufangen.

    Die Diskussion ob Welpe oder ausgewachsener Hund finde ich recht interessant. Welpen sind zwar recht süß, doch kann man in dieser wichtigen Phase des Hundelebens so manches in der Prägung versauen. Beim Gassigehen habe ich hin und wieder auch den Eindruck, dass einige Hundefreunde mit Junghunden in deren Rüpelphase nicht wirklich umgehen.

  6. Es könnten wirklich mehr Leute auf die Wahl des richtigen Hundes aufmerksam gemacht werden.
    Ich habe das Gefühl, manchmal wird einfach nur nach optischen Sachen gegangen und dann kommen sehr bald die ersten Probleme.

  7. Kay says:

    Ein wesentlicher Vorteil von älteren Hunden ist aber auch noch, dass man sich hier z.B. im Tierheim auch “beraten” lassen kann und evt. auch erstmal eine Zeit lang den Hund ausführen kann. So kann ma sich gegenseitig “beschnuppern” und wird dann recht schnell merken, ob man zueinander paßt. Aber Du hast natürlich recht, Zuhause können dann natürlich weitere Eigenarten auftauchen. Aber das muss man halt “mitlieben”! . ;)

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