Für viele Aquarianer gehören die zahlreichen Mittelchen, die der Aquaristikfachhandel so zu bieten hat, bereits zur Standardausrüstung. Ganz gleich ob Wasseraufbereiter, ph-Wert-Senker, Mittel, die die Anzahl der Wasserwechsel reduzieren sollen, bis hin zu den so genannten Biostartern, die häufig empfohlen werden, um Aquarien sofort besetzen zu können, sind so ziemlich alle “Zaubertränke” vertreten.

Bei all diesen Hilfsmitteln sollte man jedoch nicht vergessen, dass man mit einem Aquarium ein Biotop einrichtet, das dem natürlichen Lebensraum der zukünftigen Bewohner so weit wie möglich nachempfunden werden sollte. Dies ist mit chemischen Mitteln nur bedingt möglich. Viele dieser Mittel zur Wasserpflege sind auch schlicht unnötig.

Aus diesem Grund möchte ich euch heute die Möglichkeit vorstellen, eueren ph- und kh-Wert im Aquarium auf natürliche Weise und ohne großen Aufwand zu senken, und zwar mit einer Torfkanone.

Was ist eigentlich eine Torfkanone?

Eine Torfkanone ist eine Konstruktion, bei der Wasser langsam durch ein Behältnis geleitet wird, das mit Torf gefüllt ist. Durch die im Torf enthaltenen Stoffe (Huminsäure) bekommt das Wasser einen leicht gelblichen Farbton und wird weicher, d. h. der ph-Wert wird gesenkt und der kh-Wert ist oft kaum mehr messbar. Als praktischen Nebeneffekt beugt die enthaltene Huminsäure Verpilzungen vor und durch das bernsteinfarbene Wasser kommen die Farben der Fische besser zur Geltung.

Wie baut man eine Torfkanone?

Eine Torfkanone zu bauen, ist gar nicht so schwer. Am besten arbeitet man dabei mit einem Plastikrohr, das mit Hilfe eines Brettes auf einem Eimer montiert wird.

Sehr gute Bauanleitunge sind hier zu finden:

- Bau einer Torfkanone mit Eimer
- Bau einer Torfkanone mit Fass

Wer nur kleine Mengen Torf benötigt, für den ist eine Minitorfkanone eine sehr gute Alternative. Diese wird mit Hilfe einer PET-Flasche gebaut. Dazu wird einfach der Boden einer solchen Flasche abgeschnitten und die Flasche mit Torf gefüllt. Es ist empfehlenswert, die schmale Öffnung der Flasche mit einem Filterschwamm auszustatten und vor diesem noch einmal Filterwatte zu platzieren. Ganz oben (also am Flaschenboden) kann noch eine weitere Schicht Filterwatte angebracht werden, um das Aufschwemmen des Torfes zu verhindern. Zum Schluss werden noch einige Löcher in die Flasche gebohrt, um diese am Wasserhahn aufhängen zu können.

Eine Bauanleitung samt Bildern gibt es hier: Bau einer Mini Torfkanone.

Welchen Torf kann ich verwenden?

Grundsätzlich muss der Torf nicht im Aquaristikfachhandel erworben werden, normaler Hochmoortorf ist völlig ausreichend. Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass dieser in keinem Fall mit Düngemitteln versehen ist. Empfohlen werden häufig Floratorf von Floragard oder auch der Universaltorf von Dehner.

Nachteile der Torffilterung

Wie so vieles andere, hat auch die ph-Wert-Senkung mittels Torf nicht nur Vorteile. Die Nachteile liegen vor allem darin, dass für den Torfabbau Moore entwässert werden müssen. Dies und der Abbau zerstören wiederum wertvollen Lebensraum für dort lebende Tier- und Pflanzenarten. Eine massive Freisetzung von Kohlenstoffdioxid und Lachgas sowie die Zerstörung des Torfkörpers sind ebenfalls Faktoren, die man durch die Nutzung von Torf in der Aquaristik unterstützt. Somit ist die Belastung der Umwelt wohl der größte Nachteil dieser Methode.

Des Weiteren stören sich manche Menschen an der Gelbfärbung des Wassers. Hier kommt es jedoch schlichtweg auf den persönlichen Geschmack an.

(Bild: Verena N. / pixelio.de)

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2 Responses

  1. Ina says:

    ich würde auch, so gut es geht die chemie weglassen. kann den fischen eher schaden, als gut tun. etwas mehr bio hat noch niemandem geschadet.

  2. NanoCube Aquarium says:

    Guter Artikel!

    Ich kann dir hundertprozentig beipflichten – viele vom Handel angepriesene “Zaubermittel” sind absolut überflüssig und manchmal sogar schädlich für das biologische Gleichgewicht im Aquarium. Ich kann mich da an ein Mittel mit dem Namen “Torumin” erinnern. Es wird als Schwarzwasser-Extrakt auf Basis von natürlichen Huminsäuren angepriesen. Als ein Chemiker dieses Zeugs jedoch mal ganz genau untersuchte, stellte sich heraus, dass es hauptsächlich aus verdünnter Phossphorsäure besteht. Von wegen natürliche Huminsäuren!

    Gruß

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