Reptilienpflege im Urlaub
[Gastbeitrag] Mit einem Hund kann man ja mancherorts noch gemeinsam Urlaub machen und wenn man ein Aquarium hat, reicht es meistens, wenn ein Bekannter hin und wieder mal ein bisschen füttert und Wasser, Technik und Fische im Auge behält. Bei den meisten Reptilienarten ist die Sache natürlich ein ganzes Stück komplizierter. Einerseits brauchen die Tiere mehr Pflege als Fische und andererseits gibt es viele Leute, denen die Tiere nicht geheuer sind.
Die geeignete Urlaubsvertretung
Die Alternativen zu einer verlässlichen Urlaubsvertretung sind eher spärlich gesät. Die meisten Reptilienexperten raten sogar dazu, bestimmte Reptilienarten, die besonders viel Pflege brauchen, gar nicht allein zu lassen. Vor der Anschaffung eines solchen Tieres sollte man sich also überlegen, wo die eigenen Prioritäten liegen. Ist man gewillt, das Wohl des Tieres über die eigenen Bedürfnissen zu stellen? Pflegeintensive Exoten sind nun mal keine Kuscheltiere und gehören auch nicht in die Hände von Laien.
Man kann auch nicht jedem Nachbarn oder Bekannten zumuten, lebende Insekten oder gar kleinere Säugetiere an die Reptilien zu verfüttern. Daneben sollte man ebenfalls bedenken, dass das Lebendfutter auch nicht einfach sich selbst überlassen werden sollte.
Für den Fall, dass mal eine Wärme-/UV-Lampe, die Zeitschaltung oder sonst irgendein Teil der Beleuchtung ausfällt, sollte einerseits Ersatz vorhanden und andererseits die Vertretung in der Lage sein, bei geöffnetem Terrarium die jeweilige Lampe zu wechseln.
Zeitaufwändig ist auch das Besprühen der Tiere. Eine automatische Regenanlage oder ein Wasserfall sind für diesen Zweck auch keine wirkliche Alternative, da sie regelmäßig gereinigt werden müssen, um das Terrarium nicht mit Keimen zu verseuchen. Ein gutes Reptilienfachgeschäft nimmt die Tiere auch in Pflege, doch danach empfiehlt es sich immer, das jeweilige Tier für einen bestimmten Zeitraum in Quarantäne zu geben und regelmäßige Kotproben zu entnehmen.
Erst wenn man sich über die Fütterungen, die Befeuchtung, die Beleuchtung und die Reinigung absolut im Klaren ist, kann man auch reinen Gewissens in den Urlaub fahren. Wenn das nicht der Fall ist, sollte man wirklich lieber zu Hause bleiben – immerhin hat man die Tiere ja freiwillig aufgenommen und ist somit eine Verpflichtung eingegangen.
Pflegeleichte Arten
Es gibt Reptilien, die leichter und unkomplizierter zu pflegen sind als das Gros der Terrarienbewohner. Arten, die beispielsweise in Wüsten leben oder sich anderweitig auf ein entbehrungsreiches Leben einstellen mussten, sind dementsprechend weniger anspruchsvoll. Einsteiger sollten vielleicht mit einer Bartagame vorlieb nehmen, die sehr ruhig und relativ robust ist. Trotzdem kann man auch bei diesen Reptilien sehr viel falsch machen und mehrere Wochen kann man solche Tiere unter gar keinen Umständen allein lassen.
(Bild: von Bartiebert at de.wikipedia(Original text : FreddyKrueger 19:46, 27. Jan. 2008 (CET)) [Attribution], vom Wikimedia Commons)



Discuss - 6 Comments
Ich glaube, dass Wüstenbewohner nicht unbedingt einfacher zu halten sind. Gerade die angesprochenen Bartagamen haben hohe Schmerztoleranzen und eine Krankheit wird nur spät angezeigt, sodass sie auch stetige Kontrolle und Pflege brauchen. Es muss ja auch nicht immer ein Sommerurlaub sein. Ein Urlaub während der Winterruhe macht es Reptil und dem heimgebliebenen Pfleger (und dem eigenen Gewissen) deutlich einfacher :yes:
@all
wir, meine Frau und ich haben selber Vogelspinnen und waren schon seit 3 Jahren nicht mehr im Urlaub, denn wir züchten auch und die Tiere sind schlicht zu wertvoll als die in fremde Hände zu geben und die wenigsten haben sich mit der Materie wirklich beschäftigt.
Ich würde meine Tiere in andere Hände geben, allerdings nur für eine Woche. Im Urlaub selbst würde ich aber glaube ich auch die ganze Zeit an die geliebten denken müssen. Aber das muss man sich vor der Anschaffung von “exotischen” Tieren klar machen, dass nicht jeder auf sie aufpassen kann.
Es ist immer schwer seine Tiere in Hände zu geben, die vorher noch nie etwas damit zu tun hatten. Ich persönlich würde meine Tiere nur in Hände geben, die schon öfters etwas mit Reptilien zu tun hatten. Erst dann weiß man, dass man sich sicher sein kann, dass es seinen tieren gut gehen kann.
Ich glaube schon dass man sich entscheiden muss. Ich selbst habe keine Reptilien, würde aber auch meine Diskusfische niemals wochenlang allein lassen, bzw. in der Obhut eines Nicht-Aquariers lassen.
Danke für den Tipp, wir überlegen grad ob wir uns 2 größere Eidechsen holen sollen und suchen deshalb auch nach Pflegetipps für die Urlaubszeit. Wir werden gleich nochmal den Züchter fragen wie (un)kompliziert die Pflege sein wird.