Lebendrupf ist neben der Stopfleberproduktion schon seit langem ein Thema und leider insbesondere in den Schwerpunktländern für Daunen in der Bekleidungs- und Bettenindustrie (Ungarn, Polen, China) nach wie vor an der Tagesordnung. Nun haben sich einige Marktführer in Polen, darunter z. B. Animex, AMI, Drop, Roldrop, Sedar und Cedrob, für ein Verbot des Lebendrupfs ausgesprochen.
Gänse – Lebendrupf, was bedeutet das eigentlich?
Wie der Name schon vermuten lässt, werden den Gänsen bei dieser Art der Daunengewinnung in lebendem Zustand die Federn von Hals, Brust, Rücken, Bauch und Brust gerissen. Dies erfolgt per Hand in Akkordarbeit (ca. 3000 Tiere in 5 Stunden), wobei die schweren Verletzungen, die durch diese “Federbrigaden” entstehen, sofort wieder ohne Betäubung genäht werden.
Alles in allem muss eine Gans diese Prozedur zwei bis vier Mal über sich ergehen lassen, bis sie schließlich als “Festmahl” auf den Tellern der Verbraucher landet. In der EU ist der Lebendrupf verboten, ist jedoch unter der geschönten Bezeichnung “Lebendraufen” keine Seltenheit.
Wie kann ich Produkte aus Lebendrupf vermeiden?
Leider können Federn aus Lebendrupf nicht von Daunen unterschieden werden, die von toten Tieren stammen. Daher ist es am sichersten auf Produkte auszuweichen, die gänzlich ohne Gänsedaunen hergestellt werden. Das TÜV-Siegel auf manchen Produkten ist im Bezug auf den Lebendrupf von Gänsen nicht aussagekräftig.
Neben den Gänsedaunen stammt auch die traditionelle Weihnachtsgans aus dem Supermarkt oder im Restaurant häufig aus Polen und Ungarn. Es ist daher wahrscheinlich, dass diese Tiere ebenfalls mehrmals lebend gerupft wurden, bis sie schließlich auf den Tellern der Verbraucher landeten.
Allerdings garantiert Kaufland bereits seit 2009, dass dort keine Tiere aus Betrieben, die Lebendrupf betreiben, verkauft werden (Siegel beachten). Noch sicherer fahren Sie mit einer Gans vom Biobauern oder von einem (vielleicht kleineren) Landwirt, der seine Gänse artgerecht hält. Da es die Weihnachtsgans ja doch meist nur einmal im Jahr gibt, sollten die etwaigen Mehrkosten im Sinne der Gänse selbstverständlich sein. Gänse, die aus deutschen Betrieben stammen, sind übrigens nicht automatisch vor Lebendrupf gefeit, wie ein aktuelles Beispiel aus Niedersachsen zeigt.
Einen schönen Überblick über Betriebe, die auf Lebendrupf und Stopfleberproduktion verzichten und regelmäßige Kontrollen durch den Tierschutz zulassen, bietet eine Positivliste, die auf den Seiten von Vier Pfoten heruntergeladen werden kann.
Wo kaufen Sie Ihre Weihnachtsgans? Oder verzichten Sie ganz darauf?
(Bild:(c) Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de)















