Heute bin ich durch Zufall auf eine Forumsdiskussion über Auslandstierschutz gestoßen, die mich sehr nachdenklich gemacht hat. Darin wurde darüber diskutiert, ob man denn überhaupt Auslandstierschutz betreiben solle, da doch auch in Deutschland so viele Tiere den Schutz dringlichst nötig hätten.
Vordergründig ging es dabei um folgende Aktion der Arche 90 und die Bitte einem der dort genannten 150 Hunde ein neues Zuhause zu geben, da diese sonst eingeschläfert würden.
Quelle: www.arche90.de
Wenn man sich die Hunde dort so ansieht, zerreißt es einem fast das Herz, doch ist dies auch so, wenn man hier in Deutschland Hunde sieht, die vom Menschen überzüchtet wurden oder solche, die nur aus Modegründen angeschafft werden und dann mit lackierten Krallen und Mäntelchen durch die Gegend laufen dürfen. Oder wenn man die zahlreichen Hunde in deutschen Tierheimen sieht, die verzweifelt auf ein neues Zuhause hoffen, aber keines finden, weil sie als „Problemhunde“ oder „Hunde aus zweiter Hand“ gelten, genauso wie die Kettenhunde die Zeit ihres Lebens nicht mehr als die paar Schritte laufen können, die ihnen die Kette erlaubt. Welche sollen denn dann gerettet werden? Ist es wirklich sinnvoll, Hunde aus Polen oder aus anderen Ländern nach Deutschland zu bringen und so den deutschen Tierheimhunden die Chance auf einen neuen Menschen zu nehmen? Hört sich ziemlich diskriminierend und „ausländerfeindlich“ an, nicht wahr? Aber ist es wirklich besser, wenn man Hunde aus dem Ausland hierher in die Tierheime bringt und so die Tierheime noch mehr überfüllt als diese sowieso schon sind? So dass vielleicht gar keine einwandfreie Versorgung der Tiere in Deutschland mehr möglich ist und sowohl deutsche als auch ausländische Hunde darunter leiden müssen? Man kann Hunde aus dem Ausland sei es nun im Rahmen dieser Aktion aus Polen oder auch aus Griechenland, der Türkei oder anderen Mittelmeerländern nach Deutschland holen, aber sinnvoll, wäre es, meiner Meinung nach, nur Hunde herzubringen, die schon vermittelt sind und direkt zu ihrem neuen Besitzer gebracht werden, ohne Zwischenstation im Tierheim. Auslandstierschutz sollte man auf andere Weise betreiben, nämlich durch gezielte Maßnahmen vor Ort um den Tieren das Leben dort zu erleichtern und der dortigen Bevölkerung nahe zu bringen, dass auch Tiere Lebewesen und kein Gegenstand sind, dass auch diese eine Seele haben und Angst, Schmerz aber auch Freude empfinden können. Auslandstierschutz ist, wenn er vernünftig betrieben wird, eine gute Sache, aber leider gibt es gerade in diesem Bereich sehr viele Menschen, die sich nahezu fanatisch dem Auslandstierschutz widmen und dabei die Tiere vor der eigenen Nase, die im nächsten Tierheim oder gar in der Nachbarschaft vor sich hin vegetieren, vergessen. Genauso gibt es leider viele Menschen, die sich einen „armen“ Hund aus dem Ausland holen, einen der vielleicht für das Stadtleben in Deutschland gar nicht geeignet ist, weil es ja viel „cooler“ ist einem solchen Hund das Leben gerettet zu haben, als einem Hund aus einem deutschen Tierheim. Das Gleiche gilt natürlich auch für alle anderen Tiere aus dem Ausland. Zusammenfassend gesehen, kann man nicht sagen, dass Auslandstierschutz verwerflich ist, ist er doch, vernünftig betrieben, eine gute Sache, aber man sollte, wie gesagt, dabei auch das Leid der Tiere in Deutschland nicht vergessen.
Beispiele für sinnvollen Auslandstierschutz findet ihr zum Beispiel hier, wobei ich natürlich die oben genannte Aktion nicht schlechtreden möchte ;)
(Bild: Birgit Meyke / pixelio.de)
















