Der Anglo-Araber ist eine Kreuzung aus arabischen Rassen und dem englischen Vollblut. Der Pfälzer Herzog Christian IV züchtete die Tiere schon recht früh in seiner Heimat Zweibrücken, ihren Durchbruch erlangte sie jedoch erst, nachdem der damalige Direktor des Gestüts Pompadour in Frankreich, Eugène Garot, durch dort erbeutete Pferde die Erkenntnis gewann, dass diese Züchtung sehr viele Vorteile aufwies. Daraufhin züchteten die Franzosen den Anglo-Araber im großen Stil.
Um zur Zucht zugelassen zu werden muss der Angloaraber mindestens zu 25 Prozent von arabischen Vorfahren abstammen (in der vierten Ahnenreihe). Darunter können auch Shagya-Araber sein, wobei grundsätzlich nur Anglo-Araber, arabische und englische Vollblüter zur Anglo-Araberzucht zugelassen sind. Viele der Hengste werden auch als Veredler für andere Warmblutrassen genutzt, wobei die Hengste Nana Sahib, Inschallah und Matscho sicherlich einige der bekanntesten sind.
Die Hauptzuchtgebiete der Pferde sind heute Polen (Malopolski), Frankreich und England.
Aussehen
Der Anglo-Araber verfügt über einen edlen Kopf, auf einem gut geformten Hals. Die Schulter ist lang und schräg, der Widerrist deutlich abgesetzt. Ein kräftiger, kurzer Rücken und ein schmaler, tiefer Rumpf sind ebenfalls charakteristische Merkmale des Pferdes. Die Hinterhand ist gewinkelt und gut bemuskelt, die Kruppe fällt leicht ab und geht in einen elegant getragenen Schweif über. Der Anglo-Araber hat ein trockenes Fundament, klare Gelenke und kleine, harte Hufe.
Einsatzbereiche
Die robusten und widerstandsfähigen Anglo-Araber sind wahre Multitalente, die vorwiegend als Rennpferde und in der Vielseitigkeitsreiterei eingesetzt werden. Dies liegt nicht zuletzt in der ausgeprägten Leistungsbereitschaft der Pferde begründet. Darüber hinaus sind die schönen Tiere aber auch bei Freizeitreitern sehr beliebt, wobei hier oft Tiere eingesetzt werden, die mehr Araberblut in sich tragen, als ihre Artgenossen im Rennsport.
(Bild: Lovely Little Girl von Little Miss Muffit unter der CC)















